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Stromkrise beschäftigt Bundesbern

AWP/SDA. "Im schlimmsten Fall müssen wir tatsächlich damit rechnen, dass es im nächsten Winter zu gebietsweisen Stromabschaltungen kommt, wenn auch nur stundenweise", sagte Werner Luginbühl, Chef der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom), gegenüber der "NZZ am Sonntag".

Eine Verkettung von unglücklichen Umständen führte laut Luginbühl dazu, dass dieses Szenario nun diskutiert wird: Wegen der Verwirrungen rund um den Ukraine-Krieg sind die russischen Gaslieferungen ungewiss. In Frankreich stehen zudem diverse Kernkraftwerke aufgrund technischer Probleme oder laufender Revisionen still. Und wegen der anhaltenden Trockenheit sind die Schweizer Stauseen derzeit eher unterdurchschnittlich gefüllt.

Wie Luginbühl weiter ausführte, ist die Schweiz im Winter von Stromimporten abhängig. Konkret gehe es um rund vier bis fünf Terawattstunden Strom, was etwas mehr als einem Zehntel des Winterverbrauchs der Schweiz entspreche.


Kerzen statt Glühbirne
Dass es im Winter zu einer sogenannten Stromlücke kommen könnte, ist bereits seit dem Frühling bekannt. Der Bund möchte mit Appellen und einer Kampagne dafür sorgen, dass Haushalte und Wirtschaft selbstverantwortlich ihren Stromverbrauch drosseln.

Sollte etwa eine Rationierung nötig werden, möchte Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), dies zuerst bei Gewerbe und Industrie tun, wie sie zuletzt im Juli sagte. Die Haushalte wolle der Bundesrat am längsten schonen.

Elcom-Präsident Luginbühl riet nun in der "NZZ am Sonntag" dennoch dazu auf, etwa Kerzen, Batterien für Taschenlampen sowie Brennholz zu horten. Es sei zwar ein Worst-Case-Szenario, aber es sei richtig, zu überlegen, was man machen würde, wenn man einmal für ein paar Stunden ohne Strom wäre.

Elektroöfen im Visier
Damit es nicht so weit kommt, wird laut Luginbühl derzeit geprüft, ob einige Grossverbraucher bereit sind, ihre Produktion für einige Zeit zurückzufahren. "Das ist das wirkungsvollste Instrument, und da liegt auch das grösste Potenzial", so Luginbühl.

Es kursieren aber noch dutzende weitere Vorschläge. Politiker aller Parteien äusserten etwa gegenüber den Zeitungen am Sonntag diverse Sparideen. Unter anderem die Elektroöfen stehen dabei im Fokus.

Dies, weil die Angst besteht, dass aufgrund der Gasknappheit viele Menschen auf Elektroöfen setzten könnten, was wegen des hohen Strombedarfs die Energie-Knappheit noch befördern könnte. Die Forderungen reichen dabei von einer Regulierung des Verkaufs solcher Heizungen bis hin zu einem generellen Nutzungsverbot.

Bund will nur die Ärmsten unterstützen
Die drohende Energieknappheit macht sich bei den Preisen bemerkbar. Vor allem die Gaspreise sind bereits deutlich gestiegen. Politikerinnen und Politiker von links und rechts forderten deshalb staatliche Unterstützung für Unternehmen wie auch für Privathaushalte.

Quelle: AWP/SDA

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